Beef Höck vom 5. September 2018

Die Mitglieder Swiss Beef orientieren sich über Solarenergie und Biogas

Hauptthema am Swiss Beef Höck 2018 war ein Fachreferat von Fabian Brühwiler (Geschäftsführer von MBR Solar AG) über die Fördermassnahmen beim Bau einer Solaranlage. Die Besichtigung der Biogasanlage und die tollen Masttiere auf dem Mastbetrieb von Peter Wyss Ittigen interessierten die Besucher ebenso wie die Ausführungen über Solarenergie. Trotz des sonnigen Spätsommerwetters trafen sich 70 interessierte Besucher zum traditionellen Swiss Beef Höck. Gastgeber war der Betrieb Wyss Ittigen. Der prominent gelegene Betrieb entlang der Autobahn Richtung Bern hat drei Standbeine: 1. eigener Landwirtschaftsbetrieb mit Rindermast und Ackerbau, 2. Energieproduktion mit Solar- und  Biogasanlage, 3. der Lohnbetrieb.

 

Tolle Ergebnisse in der Rindermast

Über die Rindermast stand Melior-Berater Peter Salvisberg Red und Antwort. Im Maststall mit Tretmistverfahren stehen 220 Masttiere, es sind alles Tiere über 200 kg. Die Mastleistungen sind hoch und die Kosten im Bereich Fütterung sind einer strengen Kontrolle unterstellt. So kann trotz der tieferen Munipreise ein guter Deckungsbeitrag erwirtschaftet werden. Am Schluss stellte der Referent folgende Frage: welcher Faktor entscheidet bei den aktuellen Marktverhältnissen über Gewinn oder Verlust? Die Antwort: Dank optimalen Masttieren mit hohen Leistungen und einer konsequenten Kostenkontrolle bleibt die Rindviehmast im Plus.

 

Beeindruckende Biogasanlage

Betriebsleiter Peter Wyss führte durch die im Jahr 2005 erstellte Biogasanlage. 2 Motoren mit einer Nennleistung von insgesamt 750 kW Leistung stehen zur Verfügung. „Die Fütterung dieser 2 Motoren sein wesentlich anspruchsvoller, als die Fütterung der 220 Masttiere“, meinte Wyss, am Start eines spannenden Rundgangs durch die Anlage. Neben dem betriebseigenen Hofdünger wird Getreideabgang, Pferdemist, Rindergülle und verschiedene Co-Substrate aus der Lebensmittelindustrie vergärt. Dank den guten Dienstleistungen beim Ausbringen der Gärgülle kann im Einzugsgebiet um Ittigen alle Nährstoffe verteilt werden.

 

Solaranlagen – was ist noch zu Erwarten

Am dritten Posten erwartet uns das das Referat von Fabian Brühwiler, Geschäftsführer von MBRsolar, über die Förderung von Solaranlagen. Sein Referat ist spannend und von grossem Interesse. Die Möglichkeiten, eine grössere Solaranlage (über 100 kW Leistung), wirtschaftlich zu betreiben seien gering. Bedingung dafür ist ein hoher Stromverbrauch im Betrieb. Er stellt die 3 Förderprogramme des Bundes für PV Anlagen vor. Beim Energievergütungssystem EVS (früher KEV) seien die Wartelisten sehr lang und neu angemeldete Anlagen kommen nicht mehr in den Genuss davon. Im Vordergrund steht heute das System der Einmalvergütung. Die Produktion von Solarstrom für den Eigenverbrauch sei durchaus interessant, wenn Strom selber gleichzeitig verbraucht wird. Sobald Oekostrom nur ins öffentliche Netz eingespeist wird, ist die Wirtschaftlichkeit kaum gegeben. Jeder interessierte Landwirt nimmt mit Vorteil frühzeitig mit einer Fachperson Kontakt auf. 

Am Schluss der Veranstaltung durfte jeder Besucher einen feinen Beef Burger geniessen. Das Fachgespräch unter Rindermäster konnte seinen Lauf nehmen. Der Präsident von Swiss Beef Mittelland rundet mit seinen Dankesworten den geselligen Anlass ab.

Swiss Beef Mittelland, Othmar Vollenweider

Bauern Zeitung Ausgabe Nr. 36